in Archiv

Pankower Spaziergänge – ein Jahrhundert Industriegeschichte

Samstag 9.5.2026, 11:00 Uhr
Treffpunkt: Buslinie 155, Haltestelle Hertzstraße / Fontanestraße, 13158 Berlin (Pankow, Wilhelmsruh)

Gemeinsam Altes und Neues entdecken – ein Jahrhundert Industriegeschichte: Ein Rundgang durch Wilhelmsuh und den Pankow Park mit Michael Hinze.

Zum neugierig machen hier Hintergrundinfos:

Wilhelmsruh, Bergmann-Borsig, PANKOW PARK
Ein kleines Berliner Dorf wird zum großen Industriestandort.

Vor 100 Jahren erwarb der 1851 im thüringischen Tennstedt geborene Leonhard Sigmund Ludwig Bergmann ein 76.000 m² großes Gelände in der Nachbarschaft des Dorfes Wilhelmsruh. 1907 begann die erste industrielle Bebauung des Geländes und bereits 1908 nahm das Metallwerk die Produktion auf.


1909 wurde das Kabelwerk eröffnet und mit der Fabrikation von Dampfturbinen und von Fahrzeugen begonnen. 1910 gab es schon 18 Teilbetriebe auf dem Werksgelände. Begünstigt wurde die Industrieansiedlung durch die Nähe zu bereits vorhandenen Gleisanlagen und den Bahnhöfen der Nord- und Heidekrautbahn, die somit eine unkomplizierte und industrienahe Abwicklung des Waren- und Personverkehrs garantierte.


Mit dem Ausbruch des 1. Weltkrieges wurden Teile der Bergmann-Werke auf Rüstungsproduktion umgestellt. Ab 1932 konzentrierte sich die Firma auf die Metallwerke, das Kabelwerk, die Isolierrohr-, Stahl-, Maschinen- sowie die Automobilherstellung.

Am Ende des 2. Weltkrieges beschlagnahmte die Rote Armee das Wilhelmsruher Werk. 1949 wurde er in einen volkseigenen Betrieb umgewandelt und trug fortan den Namen VEB Bergmann-Borsig. Mit dem Bau der Berliner Mauer im Jahr 1961 wurde das Bergmann-Borsig-Gelände Grenzgebiet, das nur mit besonderer Berechtigung betreten werden durfte. Bis zum Ende der deutschen Teilung fungierten mehr als 2 Km Firmengrenze an der Nord- und Südwestseite des Betriebsgeländes zugleich als scharf bewachtes Grenzgebiet zwischen „Berlin – Hauptstadt der DDR“ und West-Berlin.

1991 verkaufte die „Treuhand“ das Werk an das Unternehmen Asea Brown Boveri (ABB). 1998 führte die verbliebene Belegschaft einen erfolgreichen Kampf gegen die drohende Schließung des gesamten Industriestandorts.

Seither ist der hier enstandene PANKOW PARK eines der größten zusammenhängenden Industrie- und Gewerbegebiete Berlins, auf dem u.a. die Firmen Stadler und ABB als Industrieunternehmen weiter aktiv sind. Zugleich bietet dieses 100-jährige Industriegelände als „Flächendenkmal“ mit den noch heute erhaltenen historischen Gebäuden Anschauungsunterricht zur Berliner Industriearchitektur“ (Autor: Michael Hinze, Text gekürzt)

Das verspricht ein interessanter Spaziergang zu werden!

Kostenbeitrag 5,- Euro.

Anmeldung: stillestrasse@gmail.com oder Tel. 030 47 36 79 70