Wohntisch mit Andreas Otto

Am Donnerstag, 30.03., 17.00 Uhr traf sich der „Pankower Wohntisch“ in der Begegnungsstätte Stille Straße und hatte ein interessantes Thema.
Andreas Otto, Mitglied des Abgeordnetenhauses, Sprecher für Baupolitik
der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen war zu Gast.

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Er war an der Erarbeitung der Koalitionsvereinbarung beteiligt und sprach über die Wohnungs- und Liegenschaftspolitik der Koalition im Land Berlin. Zahlreiche Besucher nutzten die Möglichkeit sich zu informieren und Fragen zu stellen.

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Bezahlbares Wohnen, das Generalmietermodell in der Liegenschaftspolitik, Mieten im alten sozialen Wohnungsbau, die Verantwortung der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften, die Förderung von Wohnungsbau u.v.m. waren Diskussionsinhalte. Von Interesse waren auch Fragen zur Förderung des Wohnungstausches innerhalb der Wohnungsbaugesellschaften und nach Kontrollmechanismen des Abgeordnetenhauses bzw. des Senates gegenüber kommunalen Wohnungsbaugesellschaften.

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Andreas Otto betonte, dass die Koalition am Beginn vieler Aufgaben steht und bat um Nachsicht, dass nicht alle Ungerechtigkeiten in kurzer Zeit bereinigt werden können. Er versprach in 2 Jahren wieder zu kommen und erneut auf Fragen zu antworten.

Andreas Otto ist seit 2012 Mitglied unseres Fördervereins.

Mitgliederversammlung 24.03.2017

Mitgliederversammlung des Förderverein Stille Straße 10 e.V. 2017

 

Am 24.03. 2017 fand unsere jährliche Mitgliederversammlung statt.
Auf Grund der gestiegenen Mitgliederzahl (221) benötigten wir einen
größeren Saal.
Daher wählten wir einen neuen Veranstaltungsort,
den Majakowskiring 2 .
Die Wirtschafts-und Handelsabteilung der chinesischen Botschaft, unser unmittelbarer Nachbar stellte uns den Saal entgeltfrei zur Verfügung.

1P1050988                                                                                           Foto: Eveline Lämmer

Einst vom Pankgraf und Fotograf Richard Kasbaum 1900 im Neoklassizistischen Stil erbauen lassen, war das Gebäude nach einer bewegten Geschichte, von 1949 bis 1960 das „Erste Gästehaus der DDR Regierung“ und Wahllokal des Politbüro der Regierung.
Die Volksrepublik China hatte es später erworben. Wir bedanken uns beim Botschaftsrat der chinesischen Regierung in Deutschland Herrn Wang Weidong für das Entgegenkommen und beim 1. Sekretär der Wirtschafts-und Handelsabteilung der Botschaft der Volksrepublik China Herrn Wang Hao für die Unterstützung vor Ort.
Zahlreiche Gäste, insbesondere Dr. Heidi Knake-Werner, die Vizepräsidentin des Bundesvorstandes der Volkssolidarität und Berliner Landesvorsitzende, wurden herzlich begrüßt. Sie ist seit der Gründung des Fördervereins, wie  weitere benannte Gäste, auch selber Mitglied.

Auf der Mitgliederversammlung wurden die Berichte, Vereinsziele und Satzungsänderungen einstimmig beschlossen.
Der Förderverein bedankte sich bei der Volkssolidarität für die
langjährige Förderung und vielfältige Unterstützung.

Der Vorstand hat nun keine/n Vorsitzende/n mehr. Die 7 Vorstandsmitglieder sind gleichberechtigt. Je zwei sind unterschriftsberechtigt. Sie werden für bestimmte Aufgaben verantwortlich sein. Dazu wird eine neue Struktur mit Arbeitsgruppen entwickelt.

Die Anwesenden beschlossen Frau Doris Syrbe als Ehrenmitglied und Ehrenvorsitzende des Fördervereins zu benennen.

Vor der Wahl des neuen Vorstandes wurde der alte Vorstand einstimmig entlastet.

1IMG_3508                                                                                               Foto: Peter Lämmer

Alle Anwesenden dankten den Vorstandsmitgliedern Doris Syrbe, Hermann Hering, Brigitte und Peter Klotsche, Eugenie Dreier, Jörg Weckes und Eveline Lämmer für ihre engagierte ehrenamtliche Arbeit. Gedankt wurde Elli Pomerenke für die Buchhaltung.

Zur Wahl für den neuen Vorstand standen 9 KandidatInnen.

Die 77 an der Wahl teilnehmenden Mitgliedern wählten in den Vorstand

Eveline Lämmer, Andre‘ Lenhard, Peter Klotsche, Brigitte Klotsche, Bernd Hollstein, Arno Schurig, Nadine Leiz

1Neuer Vorstand 24                                                                                                  Foto:Peter Lämmer

Als Nachrücker wurden gewählt:

Michaela Krüger und Zlatko Nikolic

 

Herzlichen Glückwunsch zur Wahl. Der Vorstand wurde entsprechend Satzung für 2 Jahre gewählt.

Mit einem Altersdurchschnitt von 61 Jahren ist dieser Vorstand der Jüngste den
der Förderverein in seinem 5-jährigen Bestehen hatte.
Lasst uns gemeinsam neue Wege gehen. Dafür steht die Stille Straße.

 

Vorstand

 

Mit Bürgermeister-KandidatInnen im Gespräch am 07.06.2016

Plakat BürgermeisterkandidatInnen 2016

Wahlkampf: Warmlaufen der „Bürgermeisterkandidaten“

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Es ist Wahlkampf, da erwartet man, dass auch mal Tacheles geredet und ordentlich zugespitzt wird. So gesehen war der Beginn des ersten Forums mit den Pankower „Bürgermeisterkandidaten“ doch ganz passabel:

doris„Wir hoffen, dass wir diesmal einen besseren Bürgermeister bekommen.“

Allerdings kam dieser Satz nicht von den Wahlkämpfern, sondern von Doris Syrbe. Und sie fügte hinzu: „Einen, der keine Angst vor den Alten hat.“

Die Vorsitzende des Fördervereins „Stille Straße e.V.“ spielte damit auf den amtierenden Bezirksbürgermeisters Matthias Köhne an, der weder während, noch nach der legendären Besetzung des Hauses Stille Straße 10 vor nunmehr fast vier Jahren, auch nur ein einziges Wort mit den Seniorinnen und Senioren aus der Stille Straße gesprochen hatte.

 

Viel Harmonie zwischen den konkurrierenden Kandidaten

Bei den vier Kandidaten Manja Schreiner (CDU), Sören Benn (Linke), Jens-Holger Kirchner (Bündnis 90/ Die Grünen) und Gregor Kijora (SPD, er vertrat die verhinderte Rona Tietje) waren weder Berührungsängste, noch allzu große Differenzen in ihren Ansichten bei den zur Sprache gekommenen Themen zu erkennen. Unterschiede gab es höchstens im Detail, Kontroverse nur in Einzelheiten.

Gregor Kijora (SPD): Großsiedlungen bringen Vorteile

Gregor Kijora (SPD): Großsiedlungen bringen Vorteile

So waren sich alle einig, dass bei den geplanten Neubaugebieten eine ausreichende soziale Infrastruktur mitgebaut und auch an alters- und behindertengerechtes Wohnen gedacht werden muss.Gregor Kijora verwies dabei auf den vermeintlichen Vorteil, dendie Errichtung von Großsiedlungen mit sich bringt: Nur hier könne man mit Investoren städtebauliche Vereinbarungen treffen, mit denen die soziale Infrastruktur gleich mitgeplant und finanziert werden kann.
In diesem Zusammenhang bedauerte er, dass die Bezirksverordnetenversammlung sich gegen die Bebauungspläne des Senats auf der Elisabethaue gestellt hat – das sei ein Fehler, weil der Bezirk dadurch das geplante Wohngebiet nicht mehr mitgestalten könnte.

Manja Schreiner plädierte dafür, nicht nur Mietwohnungen zu bauen, sondern auch das Wohneigentum zu fördern. Jeder, der eine Eigentumswohnung bezieht, entlaste damit den Mietwohnungsmarkt.

Auf veränderte Wohnbedürfnisse der Senioren soll reagiert werden

Natürlich war auch altersgerechtes Wohnen ein Thema.

So ging es um die Erkenntnis, dass es heute immer mehr Senioren gibt, die in einer Wohngemeinschaft leben möchten – entweder mit Altersgenossen zusammen oder aber auch generationsübergreifend. Die Wohnungsplaner, darin waren sich die Kandidaten einig, müssten sich darauf einstellen.

Jens-Holger Kirchner (Bü90/Grüne): Auch die hören, die kein Internet haben

Jens-Holger Kirchner (Bü90/Grüne):
Auch die hören, die kein Internet haben

Während Jens-Holger Kirchner (Bündnisgrüne) – derzeit im Bezirksamt für die Stadtentwicklung zuständig – der Meinung war, alle neu zu bauenden Wohnungen müssten barrierefrei geplant werden, hegte Manja Schreiner (CDU) Bedenken wegen der möglichen hohen Kosten, die ein hundertprozentiger Anteil an barrierefreien Wohnungen verursachen könnte.Kirchner wies darauf hin, dass beim Neubauprojekt an der Michelangelostraße immerhin Investoren zum Zuge kommen sollen, die sich auf Senioren- und behindertengerechtes Wohnen spezialisiert haben.

Dabei konnte er sich die Spitze gegen Bürgerinitiativen nicht verkneifen, die manche Bauprojekt eher kritisch sehen.
Es werden, so Kirchner, immer nur die gehört, die „die laut und schnell sind“. Es sollten aber auch diejenigen gehört werden, die nicht laut sind und „die kein Internet haben“.
Möglicherweise hatte er den Faupax ja bemerkt – denn die Senioren aus der Stille Straße waren ja seinerzeit nicht zu überhören gewesen und über Internet verfügen sie auch – also ergänzte er: „Ich komme aus Prenzlauer Berg, da ist das milieubedingt“. Das Laute und Schnelle.

 

„Politik reagiert langsam“

Warum, so fragte Moderatorin Jana Göbel, habe die Politik erst so spät auf das Bevölkerungswachstum reagiert?

Politik, erklärte Gregor Kijora (SPD), reagiere grundsätzlich langsam. Bevor ein Umschwenk komme, werden erst zahlreiche Untersuchungen angestellt, ob die Entwicklung tatsächlich so verlaufe, wie es den Anschein habe. Das dauere eben seine Zeit.

Sören Benn (Linke): Politisches Versagen des Senats

Sören Benn (Linke): Politisches Versagen des Senats

Jens-Holger Kirchner erinnerte daran, dass noch im Jahr 2008 Wohnhäuser abgerissen wurden – mit finanzieller Unterstützung aus der Staatskasse. Und dass die Bezirksverordnetenversammlung von Pankow einem solchen Abriss von Wohnungen in Buch nicht zugestimmt habe.Selbst 2011 habe die damalige Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge Reyer (SPD) immernoch von 100.000 leerstehenden Wohnungen in Berlin gesprochen.
Sören Benn (Linke) machte darauf aufmerksam, dass die Linkspartei bereits 2009 auf ein drohendes Wohnungsdefizit hingewiesen hat, aber nicht gehört worden sei.
Er kritisierte außerdem, dass in den vergangenen neun Jahren gerade mal neun Kilometer Straßenbahnstrecke gebaut wurde. Und dass dem Bezirk – ohne den prognostizierten Bevölkerungszuwachs – in naher Zukunft Schulplätze in der Größe von 7,5 Grundschulen fehlen könnten, sei ein politisches Versagen der Landesregierung. Schließlich seien die einzuschulenden Kinder bereits sechs Jahre zuvor geboren worden – der Bedarf wäre also seit langem bekannt.

Manja Schreiner (CDU): Mehr Kompetenzen für die Bezirke

Manja Schreiner (CDU): Mehr Kompetenzen für die Bezirke

Manja Schreiner (CDU) hielt auch deshalb eine Stärkung der Bezirkskompetenzen – von der Verkehrslenkung bis hin zur Möglichkeit, Grundstücke in Eigenverantwortung zu kaufen oder zu verkaufen – für unerlässlich. Bisher liegt dies einzig in den Händen des Senats.Ganz harmonisch wurde es noch einmal gegen Ende der Veranstaltung. Nachdem der bündnisgrüne Jens-Holger Kirchner die nun langsam in Gang gekommene Wohnungsbaupolitik des Senats (und damit des SPD-Senators Andreas Geisel) lobte, erklärte SPD-Mann Gregor Kijora lachend, dass er „dem Genossen Kirchner“ zustimme.

Es war, wie gesagt, das erste Zusammentreffen der Bürgermeisterkandidaten-Runde und also eher noch ein Warmlaufen der Akteure. Weitere solcher Foren werden folgen und möglicherweise größere Unterschiede in den Ansichten der Bewerber sichtbar werden lassen.

Damit der Wähler tatsächlich zwischen unterschiedlichen Positionen die ihm genehme auswählen kann.